Erfolgreiche Restitution vom Auswärtigen Amt an die Erben Lion

Das Auswärtige Amt gibt das Gemälde „Brustbild eines Herrn/Prinz Friedrich Albrecht August von Lippe-Detmold“ von Ferdinand Georg Waldmüller an die Erbinnen und Erben des jüdischen Kunsthändlers Hans Lion zurück.

Dieser Fall zeigt, dass die Restitution von Kulturgütern, die in der Zeit des NS-Regimes insbesondere jüdischen Bürgern entzogen wurden, auch 80 Jahre danach nicht abgeschlossen ist. Das Auswärtige Amt geht bei Kunstwerken in seiner Sammlung allen Hinweisen auf verfolgungsbedingte Entziehung konsequent nach und strebt gerechte und faire Lösungen zur Rückgabe im Sinne der Washingtoner Prinzipien.

Die Rückgabe unterstreicht die fortlaufenden Bemühungen der Bundesregierung im Sinne der Washingtoner Prinzipien und ihrer „Best Practices“. Erst zum 1. Dezember 2025 hat die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern und Kommunen sowie in enger Abstimmung mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Jewish Claims Conference ein neues Schiedsgericht NS-Raubgut geschaffen, das Rückgaben von NS-Raubgut weiter vereinfachen und verbessern soll.
Hintergrund zum nun zurückgegebenen Gemälde:

Das Gemälde wurde bereits 2016 vom Auswärtigen Amt als Fundmeldung in der Lost-Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste registriert. Recherchen im Auftrag des Auswärtigen Amts ergaben, dass das 1834 entstandene Gemälde 1937 von Hans Lion für eine Ausstellung in Salzburg zur Verfügung gestellt worden war. Zwischen 1938 und 1945 gelangte es in den Besitz des NS-Reichsministers des Auswärtigen, Joachim von Ribbentrop, und wurde nach Kriegsende als Teil der „Sammlung Ribbentrop“ in Schleswig-Holstein aufgefunden. 1955 wurde es als ehemaliger Reichsbesitz identifiziert und in das Ressortvermögen des Auswärtigen Amts übertragen.

Hans Lion und seine zwei Brüder betrieben in den 1920/30er Jahren eine Kunsthandlung in München mit Filialen in Berlin, Karlsbad und Marienbad. Zwischen Ende 1936 und Mitte 1937 mussten die drei Brüder angesichts des wachsenden Drucks des NS-Regimes unter Verlust fast ihres gesamten Vermögens mit ihren Familien nach Frankreich und in die USA emigrieren. Hans Lion verstarb 1956 an seinem Geburtsort Wien.

Rechtsanwalt Dr. Hannes Hartung für die Erbengemeinschaft nach Hans Lion:
„Wir danken dem Auswärtigem Amt für den guten und konstruktiven Dialog sowie die schnelle Restitution des Brustbildes des Prinzen Albrecht August von Lippe-Detmold an meine Mandanten, die Erbengemeinschaft nach Hans Lion. Mit der Restitution halten meine Mandantinnen und Mandanten das Andenken an Hans Lion in Ehren.“

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